Troja, Pompeji, Palmyra… untergegangene Siedlungen faszinieren den Jetztmenschen ungemein. In meinem kleinen Universum gibt es keine bekannten Namen, die auf Lehrplänen ganzer Schülergenerationen standen, wohl aber untergegangene Siedlungen, die, an mehr oder weniger entlegenen Orten ihren von der Welt weitgehend unbeachteten Dornröschenschlaf schlummernd, man gemeinhin Wüstungen nennt, sowohl von Efeu als auch den Jahrhunderten wild überwuchert.

Von Bettelsdorf selbst blieb keine Spur, außer einer alten Flurnamenbezeichnung, aber gerade jetzt, wenn der einsame Wanderer durch herbstliche Nebelwälder zieht, meint er fast etwas von dem zu spüren, was ihn mit jenen verbindet, die einst in diesem gleichermaßen idyllischen wie entlegenen Talkessel ihr Dasein bestritten; ihren Ängsten, ihren Sorgen, aber auch ihren Hoffnungen und ihren Träumen.

Unweit von Bettelsdorf liegt eine weitere Wüstung, in der sich mit den Grundmauern eines karolingischen Kirchleins im Laufe eines Jahrtausends sichtbar mehr erhalten hat. Ein herbstlicher Spaziergang führte mich heute wieder an diesen einsamen Platz, der ganz dezent zur stillen Einkehr einlädt und der Anschaulichkeit wegen mit einem Bildchen illustriert sei.

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